Von Flächen, Formen und Linien
Architektur und Dekoration - zwei miteinander verknüpfte Bausteine des Markenauftritts

Die Architektur eines Gebäudes kommuniziert mit dem Betrachter und erzeugt Gefühle. Im Zuge gestiegener Vergleichbarkeit des Warenangebotes, ist es im Einzelhandel zunehmend Aufgabe der Architektur und des Ladenbau geworden, die Besonderheiten einer Marke oder das CI eines Unternehmens herauszustellen. Die dabei verwendeten Materialien sind auf Zielgruppe und Sortiment abgestimmt. Sie erzeugen ein „Wohlfühlambiente“ und sind gleichzeitig für den Dauergebrauch funktionell und flexibel. Die Bedürfnisse des Kunden müssen begriffen und in ein ästhetisches Gesamtkonzept gegossen werden. Um als Einzelhandelsunternehmen ins Bewußtsein der Konsumenten und Käufer zu gelangen, sollten Architektur, Ladengestaltung und Visual Merchandising als strategischer Markenauftritt des Unternehmens perfekt koordiniert sein. Bereits in der Planungsphase, ist die spätere Wareninszenierung zu berücksichtigt. Im Idealfall ist der Dekorateur bzw. Gestalter des Visuellen Marketings mit in die Planung einbezogen, um eine spätere optimale Arbeit zu gewährleisten.

Schaufenster und Warenträger sind einzelne Bausteine des architektonischen Gesamtkonzeptes, die gleichzeitig in Größe, Form und Beschaffenheit eine optimale Präsentationsplattform für die ausgestellte Ware abgeben müssen. Häufig gehen dabei die Ansichten von Architekt und Visual Merchandiser von unterschiedlichen gestalterischen Grundsätze aus, sodaß auf manchen Warenträgern eine perfekte Dekoration überhaupt nicht möglich ist.

Ist das Schaufenster vom gestalterischen Standpunkt aus gut geplant, dann lässt sich das Thema Architektur zu einer eindrucksvollen Dekoration arrangieren. In der Architektur geht es ebenso wie bei der Dekoration um optische Kommunikation. Flächen, Formen und Linien schaffen Perspektive und Raumerlebnis. Bei einem Schaufenster zum Thema „Eigenheim“ kann mit Symbolen wie einem gelben Bauhelm, Zollstöcken, Backsteinen oder Holzleisten das Motto optisch umgesetzt werden.

Spannender und abstrakter sind Bildbände über bekannte Architekten, Lofts und Städtearchitektur umzusetzen. Nimmt man z. B. den Bildband „AchitekturSkulpturen“ oder „Bauen mit Membran“ dann lässt sich aus der Covergestaltung eine interessante Inszenierung ableiten. Dicker Aludraht aus dem Baumarkt wird zu abstrakten Formen gebogen und mit Transparentpapier oder elastischen Trikotstoff beklebt. Die daraus entstanden Objekte sind der Blickfang des Schaufensters. Sie werden, sich gegenseitig überschneidend, im Schaufenster angeordnet und geben der Dekoration räumliche Tiefe. Rückwand- und Bodengestaltung nehmen die Farbstimmung der Architekturbildbände auf. Der Schriftzug „ArchitekturSkulpturen“ weckt Neugier und transportiert das Thema des Schaufensters zum Betrachter. Je nach Schaufenstergröße sind die Bücher in einzelnen Gruppen angeordnet, Teil der Inszenierung.

Eine weiteres aufmerksamkeitsstarkes Architekturschaufenster entsteht mit wenigen Mitteln durch Linienführung und Farbkontrasten. Rechteckige Säulen, sind aus Hartschaumplatten oder Holz gebaut und in Rot, Schwarz und Weiß gestaltet. Ein roter Bodenbelag und anthrazitfarbene Wände sorgen für Spannung. Aus Klebefolie ausgeschnittene Linien bringen Bewegung ins Schaufenster und führen den Blick der Kunden zur Ware. Boden, Rückwand und Seitenwände unterstützen farblich den Gesamteindruck.

Architektur und Ladenbau führen ebenso wie eine Schaufensterdekoration dann zum Erfolg, wenn sie die Markenstrategie und den Charakter der gezeigten Bücher visuell transportieren und die Bedürfnisse der Kunden nach Schönheit und Emotionen erfüllen.

Sabine Gauditz
Erschienen in BuchMarkt Heft 02-2006 - Seite 108  mehr

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