Die Frühjahrstrends 2011: Sabine Gauditz berichtet "live" von der Formland in Dänemark - mit ersten Bildeindrücken

Der Reigen der Herbstmessen begann vom 20. bis 23.August 2010 mit der Formland in Herning / Dänemark, und ermöglichte damit der Expertin Sabine Gauditz einen ersten Blick auf die Nonbook-Trends des Frühjahrs 2011. Hier ihr Bericht:

Die "Formland" ist eine kleine, aber feine Messe im hohen Norden, die durchaus eine Reise wert ist. Die Anreise zur Messe (besonders vom Süden-Deutschlands) sollte man aber unbedingt mit einem verlängerten Wochenende verbinden, denn leider ist Herning nicht ganz so einfach zu erreichen. Flüge, z.B. mit Lufthansa, gehen bis Billund oder Karup. Zur Weiterreise stellt die Messe mehrmals am Tag einen Shuttle-Service zur Verfügung. Wer lieber unabhängiger unterwegs ist, wird sich für einen Mietwagen entscheiden und das entspannte Reisen auf dänischen Straßen genießen. Verglichen mit Frankfurt war schon die Anfahrt zur Messe einladend, auch wenn man mit dem Auto kommt: Übersichtliche Parkplätze, keine Gebühren und kurze Wege. Wer seine Messekarten bereits von Deutschland aus im Internet gebucht hatte, bezahlt keinen Eintritt. Die Ausstellerschar ist mit 543 Ständen, verteilt auf 11 Hallen, überblickbar und es bleibt neben dem Einkauf durchaus Zeit für ein Gespräche. An einigen Ständen wird Deutsch, an den meisten allerdings Englisch gesprochen.

In den letzten Jahren hat die Globalisierung den Einkauf erschwert. Es wird immer aufwendiger, einzigartige Produkte zu finden, denn viel zu gleich sind zwischenzeitlich die Strömungen und Trends weltweit. Trotzdem wird man auf der Formland an manchen Ständen fündig, denn etliche Aussteller aus dem skandinavischen Raum, präsentieren sich nicht auf anderen europäischen Messen. Dies ist eine Chance, für Zusatzsortiment mit Alleinstellungsmerkmal, dass es nicht als austauschbares Sortiment beim Mittbewerber gibt.

Die überschaubaren Hallen unterteilen sich in Interior, Table & Kitchen, Geschenke, Design, Food, Kids und Accessoieres. Es gibt unterschiedliche Foren, leider waren dieses Jahr alle Vorträge in dänisch, eine englische Übersetzung für die kommenden Messen ist aber in Planung.
Eine spannende Trendshow inszenierte Annette Eckmann, Inhaberin des dänischen Trendbüros Eckmann Alive: „The Mind Shop“ - inspirierend Trendzone und gleichzeitig Laden, in dem der Einkäufer zum Endverbraucher wird. Der Gedanke dabei war, ein Ladenambiente zu schaffen, dass inspiriert und dem Kunden Ruhe und Ausgeglichenheit bietet – Bedürfnisse, die immer mehr Menschen in einer konfusen Welt suchen. Zu entdecken gibt es im „Mind Shop“ schöne Dinge, bei denen Haptik, Umweltverträglichkeit und Authenzität ebenso wichtig sind, wie Enthusiasmus, Spaß und „Sinnhaftigkeit“. Produkte, mit denen der „Alltag lächelt“, weil die Welt etwas schöner wird, die uns Energie schenken und das Gefühl von Sicherheit.

Diese Gedanken spiegelten sich in vielen Produkten auf der Messe wieder: Zurück zu den Basics - zu einfachen Dingen. Klare Materialien, wie grobes Holz, Leinen, Leder, Metall sind Trend. Es gibt weniger Kunststoff, und wenn, dann ist auch hier Umweltverträglichkeit, Recycling und Haptik das Thema der Stunde.

Klassische Produkte werden neu interpretiert und manche Neuauflagen, wie Zauberwürfel und Wackelfiguren rufen als „alte Bekannte“ Erinnerungen wach. Dabei dürfen natürlich auch nicht die dänischen Karamelbobons fehlen, die mit Sicherheit ein guter Artikel Verkaufsartikel an der Kasse zuhause sind.

Die Farben der Saison sind Graphit, Grau in allen Nuancen, Naturtöne, Weiß und Creme. Kontraste setzen, Schwarz, Pflaume, Violett und mattes Pink. Pudrige Farbtöne in vielen Nuancen, von Lichtgrau über Blau, bis Rose und Violett, bestimmen auch die Farbpalette im Frühjahr 2011.

Die gezeigten Weihnachtsartikel sind klassisch, im nordischen Design. „Santaclaus“ und „Mary Christmas“ mit amerikanischem Einschlag war so gut wie gar nicht zu finden. Auch hier steht der Naturtrend hoch im Kurs und es gilt: Stilvolle Gestaltung, formschön und authentisch.

Für den Buchhandel lassen sich viele Nonbookartikel finden, die mit etwas Kreativität emotionale Themenwelten im Geschäft entstehen lassen. Allerdings sollte man mit klaren Vorstellungen von Zielgruppe und Konzeption an den Einkauf gehen, denn sonst verliert man sich in zu vielen Einzelthemen, wie bei jeder Messe.

Kreative Ideen finden sich aber nicht nur an den Messeständen, auf der Formland lohnt es sich auch mal Pause zu machen. Die Cateringbereiche sind liebevoll gestaltet und warten mit einem wechslungsreichen und ansprechenden Angeboten auf.
Formland ist im europäischen Kontext eine „kleine aber feine“ Messe, die man alle paar Jahre mal wieder besuchen sollte, ähnlich wie Paris, Mailand und Birmingham. Die Eindrücke sind vielfältig und zuhause umgesetzt, ist man damit anderen Buchhandlungen und Einzelhandelsgschöften immer eine Nasenlänge voraus. Denn in einer Zeit, in der es alles, überall gibt, hilft nur noch Einfallsreichtum, Schnelligkeit - und einfach besser zu sein.

Erschienen in BuchMarkt Online am 25.August 2010

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